Religionspädagogischer Tag
"Herausforderung Frieden" - "Was ist möglich? Was soll sein?"

Die Folgen von Krieg, Perspektivlosigkeit, Terror und Gewalt sind mittlerweile auch hier in Deutschland angekommen. Sowohl die Politik als auch unsere Gesellschaft und damit jede und jeder Einzelne von uns steht vor neuen Herausforderungen und Fragen. Wie wird sich unsere Gesellschaft verändern? Wie sieht ein Europa von morgen aus? Und wie ist künftig überhaupt Frieden möglich? Friedensarbeit fängt im Kleinen an und Frieden will gelernt sein. Daher ist Friedensbildung an unseren Schulen heute unverzichtbar und der konfessionelle RU ist herausgefordert seinen Beitrag zu leisten. Der Religionspädagogische Tag möchte Zugänge und Anknüpfungen zu einer Friedenserziehung und Friedensbildung aufzeigen.

Programm/Ablauf

Leitung: Silvia Trautwein, ev. Schuldekanin; Martin Hinderer, ev. Schuldekan; Petra Schiller, kath. Schuldekanin; Edeltraud Liegl, Studienleiterin

Termin: Donnerstag, 22. Februar 2018, 8:15 – 16:30 Uhr

Ort: Markusgemeindezentrum, Nansenstraße 19, 71522 Backnang

Hinweis: Mindestteilnehmerzahl: 30 – Anmeldeschluss: 01.02.2018
In der Mittagspause wird ein Mittagessen angeboten.
Absagen bzw. besondere Essenswünsche (vegetarisch) geben Sie bitte bei der Anmeldung an.
Diese theologische Fortbildung ist als Modul für den Vokationskurs anrechenbar: Dimension „Welt und Verantwortung“

Veranstalter: Ev. Schuldekanat Backnang

 

Vorträge am Vormittag

8:40 – 10:10
Friedensengel? Brandstifter? Feuerwehr? Die Religionen zwischen Krieg und Frieden.
Vortrag von Dr. Markus Weingardt, Friedensforscher und Bereichsleiter Frieden bei der Stiftung Weltethos (Tübingen)

Täglich wird von Mord und Totschlag im Namen eines Gottes berichtet. Jede Religion hat ‚Blut an den Händen’. Ohne Religionen wäre die Welt friedlicher, glauben viele Menschen. Andererseits erheben alle großen Religionen den Anspruch, Frieden stiften zu wollen. Gandhi, Martin Luther King und viele andere religiöse Akteure haben auf Gewalt verzichtet oder aktiv Konflikte beigelegt. Nicht nur in sozialen Auseinandersetzungen, sondern auch in Kriegen und Bürgerkriegen. Welche Rolle spielen Religionen in Gewaltkonflikten? Und welche in Friedensprozessen? Welche Beispiele gibt es? Und was lässt sich daraus lernen – in Deutschland und international?

 

10:30 – 11:45
„Friedensbildung in der Schule – als ein fächerübergreifendes Anliegen“
Vortrag von Claudia Möller, Fachreferentin und Leiterin Servicestelle Friedensbildung Haus auf der Alb – Landeszentrale für politische Bildung

Friedensbildung fächerübergreifend in den baden-württembergischen Schulen zu stärken, ist Auftrag der zum 1. August 2015 bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) eingerichteten Servicestelle „Friedensbildung“. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kernanliegen der Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ (BTV) sowie Respekt und die gegenseitige Achtung und Wertschätzung von Verschiedenheit. Grundlagen sind die Menschenwürde, das christliche Menschenbild sowie die staatliche Verfassung mit dem besonderen Schutz von Ehe und Familie. Wie können Lehrkräfte im Schulalltag mit dem Problem verachtender Verhaltensweisen umgehen, Stellung beziehen und Lösungsansätze entwickeln?

 

Workshops am Nachmittag (13:00 - 16:15 Uhr)

1. Workshop Friedensbildung in der Schule ganz praktisch!
Referentin: Claudia Möller, Fachreferentin und Leiterin Servicestelle Friedensbildung Haus auf der Alb - Landeszentrale für politische Bildung

Nicht zuletzt auf Basis der neuen Bildungspläne, die Friedensbildung deutlich stärken, führt die Servicestelle gemeinsam mit ihren Trägern (Kultusministerium, LpB, Berghof Foundation) u. a. Lehrerfortbildungen und Projekte mit Schulklassen durch und erstellt Materialien für den Einsatz im Unterricht. In diesem Workshop werden Sie – ausgehend von aktuellen gesellschaftspolitischen Themen – eine Auswahl von Materialien kennen lernen und selbst erproben können. Ziel ist es, im gemeinsamen Austausch konkrete Anknüpfungsideen und Methoden für den eigenen Unterricht mitzunehmen.

 

2. Workshop „Schritte gegen Tritte“ – ein Projekttag gegen Rassismus und Gewalt
Referentin: Stephanie Schwarz, Landesreferentin beim Evangelischen Jugendwerk in Württemberg für die Schülerinnen- und Schülerarbeit / proteens

Praktische Einblicke in die Inhalte, Methoden und Rahmenbedingungen dieses Projekttages. „Schritte gegen Tritte“ kann für Schulklassen und Konfirmandengruppen gebucht werden. Die Schwerpunktthemen „Flüchtlinge“, „Mobbing“ und „Zivilcourage“ werden dabei altersgerecht und vielfältig aufbereitet.

 

3. Workshop „Ich bin, weil du bist“ - MISEREOR-Hungertuch 2017/2018
Referentin: Michaela Weitzenberg, MISEREOR-Referentin für Globales Lernen an Schulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

„Ich bin, weil du bist“ – das ist der Titel des Hungertuches 2017/2018 des Künstlers Chidi Kwubiri, der auf ein altes afrikanisches Sprichwort zurückgeht. Es drückt aus, dass wir alle Teil eines Beziehungsnetzes sind mit Gott, unseren Mitmenschen und der Natur. Die Arbeit mit dem Hungertuch bietet zahlreiche inspirierende Zugänge und Impulse zur Erschließung menschlicher Beziehungen zu Gott, Mitmensch und Natur. In diesem Workshop möchte Frau Weitzenberg das Hungertuch und seine verschiedenen spirituellen, künstlerischen und biblischen Dimensionen aufzeigen. Des weiteren wird sie Möglichkeiten und thematische Anknüpfungspunkte für die unterrichtliche Gestaltung praktisch vorstellen. Schwerpunkt wird die Beschäftigung mit dem Thema „Weltgemeinwohl“ sein.

 

4. Workshop „Erinnerungsarbeit als Arbeit für den Frieden“ am Beispiel der „Aktion Stolpersteine“
Referenten: Bernd Hecktor und Astrid Heeg von der „Initiative Stolpersteine Backnang“

Vorstellung der „„Aktion Stolpersteine“ als eine besondere Form der Erinnerung und der Mahnung. Die Workshop-Teilnehmer erhalten Informationen speziell über die Arbeit der Initiative in Backnang. Anknüpfungspunkte für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern werden an Beispielen aufgezeigt.

 

 


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